veröffentlicht am 11. Februar 2026

Hat Zukunft Herkunft? Ein Abend zwischen Geschichte, Unternehmergeist und Zukunftsvision

Hat Zukunft Herkunft?
Zusammenfassung der Veranstaltung
Mittwoch, 4. Februar 2026
18.30 – 20.30 Uhr
uptownBasel, Arlesheim

Fragen der Raumentwicklung, deren politischen Rahmenbedingungen sowie die Standortattraktivität stehen derzeit ganz oben auf der Agenda des wirtschaftlichen Diskurses. Mit dem Event «Hat Zukunft Herkunft?» warf uptownBasel einen Blick zurück in die bewegte Vergangenheit des Industriealeas im Schoren in Arlesheim und schlug den Bogen zu Gegenwart und Zukunft.

Mit uptownBasel entsteht auf dem Schorenareal ein international vernetztes Kompetenzzentrum für Industrie 4.0. Damit reiht sich uptownBasel in eine lange Tradition von Pioniergeist und Innovationskraft ein. Während über Generationen hinweg die Seidenbandproduktion und die Schappeindustrie Basel und die Region prägten, entschied sich L.R. Alioth (1848–1916) Anfang der 1880er-Jahre, von der Schappeindustrie auf die aufstrebende Elektroindustrie umzusteigen, und formte damit das Gesicht des Schorenareals nachhaltig.

Die Elektrifizierung von Fabriken, Maschinen und städtischer Infrastruktur, die Verflechtung von Produktion, Netzwerk, Energie und Kapital sowie ein umfangreiches Wirtschaftsgefüge bildeten um 1900 das Fundament, auf dem die Region ihren Wohlstand weiter aufbauen und den Niedergang der Seidenbandindustrie während der Wirtschaftskrise abfedern konnte.

«Die Geschichte wiederholt sich nicht, sie reimt sich.»

Viele Blütezeiten und darauffolgende Niedergänge zeichneten die Historie des Schorenareals. Mit der Veranstaltung «Hat Zukunft Herkunft?» wurden die einstige Hochblüte der Basler Seidenbandindustrie, die Anfänge der Elektroindustrie und die Geschichte des Schorenareals in den Fokus genommen. Wie Dr. Yiğit Topkaya betont: «Die Geschichte wiederholt sich nicht, aber sie reimt sich und wer sich einen Reim aus der Vergangenheit zu machen vermag, ist in der Lage, Muster und Konstellationen zu erkennen und (vielleicht) Zukünftiges zu erahnen.»

Die Veranstaltung nahm aus diesem Grund die Frage in den Fokus: Was können wir aus der Vergangenheit mitnehmen, um die Industrie von morgen zu formen? Die Rekonstruktion der sozialen und wirtschaftlichen Netzwerke zeigte auf, wie eng industrielle, gesellschaftliche und räumliche Entwicklungen miteinander verbunden waren. Wie der historische Entscheid Ludwig Rudolf Alioths ausserdem zeigte, bedeutet Industrialisierung immer auch eine Verankerung von Wissen in einer Region, das wandelbar ist, als Fundament für künftige Visionen dient und damit nichts Geringeres als die Zukunftsfähigkeit eines Gebiets ermöglicht.

Dr. Daniela Zetti beleuchtete die Frage, wie moderne Geschichtsforschung aussehen kann und diskutierte die Rolle von Digitalisierung und künstlicher Intelligenz. Zudem hob sie lokales Wissen hervor, das historisch bedeutsam war für den technischen Wandel. Es waren die gleichen Frauen, die in der Seidenbandindustrie arbeiteten und dann Elektromotoren herstellten.

«Kontinuität ermöglicht nachhaltige Innovation»

Hans-Jörg Fankhauser betonte die Kontinuität als zentrales Element für den Erfolg: Durch Kontinuität und sichere Beziehungen können Risiken eingegangen und Innovation nachhaltig realisiert werden. Nach dem inhaltsreichen Anlass und der spannenden Diskussion stellte Désirée Lehman die Leitfrage der Veranstaltung direkt ans Publikum: Hat Zukunft Herkunft? Das Publikum bejahte die Frage unisono.